Checkliste zur Barrierefreiheit bei der Praxisplanung

Eine barrierefreie Praxis kann von Menschen mit Beeinträchtigungen problemlos genutzt und wahrgenommen werden. Dabei denken wir nicht nur an Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sondern auch an ältere Menschen, die zur Fortbewegung einen Rollator benötigen, an Personen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, an junge Mütter mit Kleinkindern in Kinderwagen.

Aber auch Patienten, die Seh- oder Hörbehindert sind, bedürfen einiger Vorausschau, was eine Barrierefreie Praxiseinrichtung betrifft. Im weiteren Sinne trifft Barrierefreiheit nicht nur auf die Patienten, sondern auch auf das Praxispersonal zu, dem auf allen Arbeitswegen keine Engpässe und Hindernisse im Weg sein sollen.

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Grundsätzliches

Barrierefreie Türen

Sehr wichtig ist, dass alle Zugangstüren für die Patienten möglichst 100 cm breit sein sollten. Damit sind diese Türen für jeden Rollstuhl und für jede Form von Gehhilfe geeignet. Selbstverständlich sollten all diese Türen mindestens um 90 Grad, also im rechten Winkel geöffnet werden können. Die gleiche Breite sollte auch bei Schiebetüren eingehalten werden.  Die Planung einer Schiebetür hat dabei Vor- und Nachteile: Eine Schiebetür ist in der Regel mindestens doppelt so teuer wie eine normale Tür. Der Schallschutz ist bei einer Schiebetür wesentlich schlechter. Die Wandstärke ändert sich, sofern die Tür zwischen 2 Wandscheiben läuft. Außerdem kann eine behinderte Person eine Schiebetür nicht so gut selbständig öffnen.

Barrierefreie Flurbreiten

Wichtig sind auch die Flurbreiten bei der Praxisplanung. 130 cm in der Breite sollten nicht unterschritten werden, besser sind 150 cm. Wenn Stühle für Vorwartebereiche eingeplant werden, sollte die Breite mindestens 180 bis 200 cm betragen. Vor dem Empfangsbereich sollte genügend Platz sein um „Schlangenbildung“ vor der Rezeption zu vermeiden. Planen Sie Ihre Untersuchungs- und Behandlungseinheiten in den Räumen so ein, dass die Einheiten von jedem Patienten ungehindert erreicht werden können. Bei engen Durchgängen empfiehlt es sich die Möbel abzurunden, damit sich niemand an den Ecken stößt. Vermeiden Sie generell scharfkantige Ecken oder spitzzulaufende Winkel. Um Ihre Praxiseinrichtung zu schonen, macht es Sinn, bestimmte Teile der Wandflächen mit Plexiglasstreifen vor Abnutzung und Schleifspuren zu schützen. Für gehbehinderte Patienten ist es sehr hilfreich, in bestimmten Bereichen eine Reling anzubringen.

Barrierefreies Arbeiten in der Praxis

Auch Ihr Praxispersonal kann barrierefrei besser arbeiten. Zum Beispiel sollte hinter dem Empfangsbereich mindestens 120 cm Abstand zur Wand oder zum Schrank vorhanden sein. Damit ist gewährleistet, dass das Personal ungehindert den Empfangsbereich betreten und verlassen kann. Die Durchgangsbreiten sollten auch hier 80 cm nicht unterschreiten. Abgerundete Ecken an Arbeitsflächen machen das Arbeiten angenehmer. Auch bei der Möbelplanung in der Praxis ist einiges zu berücksichtigen: Schubladen und Auszüge sollten nicht höher als 130 cm liegen. Darüber sind der Zugriff und die Einsicht einer Kartei nicht mehr gewährleistet. Alle Arbeitsplattenhöhen sollten ergonomisch sein.

Das bedeutet:

  • Schreibtischhöhe: 74 cm
  • Arbeitszeilenhöhe 90 bis 96 cm
  • Höhe der Rezeption zwischen 105 und 115 cm
  • Zugriffe für Akten nicht über 210 cm
  • Arbeitsplattentiefe beim Empfang nicht über 60 cm
  • Vorbau Empfangsbereich zwischen 22 und 30 cm
  • Alle Türhöhen wenn möglich 213 cm

Sichtbar, lesbar, hörbar

Wussten Sie, dass es bei Sehbehinderungen von großer Bedeutung ist, welche Farbe Aufschriften und der Hintergrund der Schrift haben? Die Beschilderung Ihrer Praxisbereiche, also zum Beispiel „Wartezimmer“, „WC“, „Röntgen“, sollte auch für sehbehinderte Menschen gut lesbar sein. Patienten mit eingeschränktem Gehör sind dankbar für visuelle Signale, zum Beispiel, wenn der nächste Patient aufgerufen wird.

Erfahrung mit Barrierefreiheit

Das sind ziemlich viele Dinge, an die man bei der barrierefreien Praxisgestaltung denken muss. Besser Sie haben uns an Ihrer Seite, denn wir haben all die Erfahrungen schon gemacht, die wir Ihnen ersparen wollen.

Vorschriften für barrierefreie WCs

Beim Patienten-WC sind auch gesetzliche Anforderungen zu beachten:

  • Die Tür muss nach außen aufgehen.
  • Sie muss notfalls mit einem 4-Kant-Schlüssel von außen zu öffnen sein.
  • Im WC muss ein Wendekreis von 150 cm vorhanden sein.
  • Es muss genügend Platz neben dem WC sein, so dass der Patient mit einem Rollstuhl daneben fahren kann.
  • Das Handwaschbecken muss unterfahrbar sein.

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